linz & wien austria Sat, 31 Jul 2010 10:53:34 +0200

Globalisierung auf Österreichisch

Lange Zeit hat Österreich von der Globalisierung gelebt. Jetzt haut sie das Land in die Pfanne.

Globalisierung - ein umkämpfter Begriff: Die Befürworter der weltweiten Liberalisierung und Deregulierung schreiben ihr jedes Jahr steigenden Wohlstand zu. Die Kritiker bemängeln, dass dieser steigende Wohlstand nur einer Minderheit zu Gute kommt, auch in Österreich.

Bei der Globalisierung der Gütermärkte in den Siebziger Jahren war Österreich noch vorne mit dabei und ließ sich von der Welle ganz nach oben tragen. Die Krise der Verstaatlichten Industrie und die Globalisierung der Finanzmärkte in den Achziger Jahren war dann allerdings das Anfang vom Ende des österreichischen Wegs mit seiner sozialpartnerschaftlich-friedlichen Aufteilung des Wohlstands. Mittlerweile ächzt auch Österreich darunter, dass die Schere zwischen Groß- und Kleinverdienern aufgeht, mittlerweile hat sich die Armut in Österreich verdoppelt, und mittlerweile wird auch in Österreich diskutiert, ob man sich in Zeiten noch immer steigenden Wohlstands das Sozialsystem noch leisten könne.

Der "österreichische Weg" - nun ist er definitiv vorbei, und Österreich ist ein ganz normales europäisches Land geworden. Willkommen im globalisierten Europa. Was blieb von der ehemaligen "Insel der Seligen" außer christliche Durchhalteparolen von "Opfern" und "Schafen"? Eine Spurensuche von Claus Pirschner und Claus Faber.

Zu dieser Sendung...


Journal Panorama am 10.1.2003 auf Radio Österreich 1

Übrigens: Diskurs gehört entfacht?


Nicht alle vertragen Kritik. Diese Sendung und ein darin enthaltenes Interview mit Walter Tancsits (ÖVP) war der Auslöser für meinen Abschied aus dem ORF. Niemand hat mich je für die Sendung öffentlich kritisiert oder vor die Rundfunkkommission zitiert, dafür hat eine Regierungspartei andere Methoden. Kritische und öffentliche Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit ist scheinbar nicht jedermanns Sache.