linz & wien austria Sat, 31 Jul 2010 10:56:54 +0200

Prediger des schrankenlosen Egoismus

Milton Friedman zum 85. Geburtstag

Milton Friedman zum 85. Geburtstag: Kein Ökonom hat die letzten 20 Jahre so beeinflusst wie er. Kaum einer hat auch soviel damit angerichtet.

Kein Ökonom hat die Politik der 80er und 90er-Jahre so stark beeinflußt wie Milton Friedman. Seine Geldmengentheorie, der er den Nobelpreis verdankt, wurde rund um die Welt begeistert in Staatspolitik umgesetzt, beispielsweise in Großbritannien von Maggie Thatcher und in den USA von Ronald Reagan. Persönlich war er Berater des chilenischen Diktators Pinochet und der israelischen Regierung.

Seine Bonmots über dumme Politiker und gierige Sozialhilfeempfänger sind Legion. Sein Konzept ist einfach: Der Staat könne die Wirtschaft nur über die Geldmenge ankurbeln. Damit erzeuge er aber Inflation, die alles über kurz oder lang wieder auffrißt. Deswegen sollte der Staat am besten von allem die Finger lassen. Außer vielleicht von der Polizei. Nicht der Markt sei instabil, sagt er. Die Politiker brächten alles durcheinander.

Besonders in Europa kommt Friedman unter heftige Kritik: Man macht ihn für Niedergang, Not und Hunger in den von ihm beratenen Länder verantwortlich. Friedman antwortet, seine Thesen seien eben nicht ganz umgesetzt worden, und deutet gen Osten: Dort sollte jetzt endlich "liberalisiert" werden: radikal, und zwar sofort. Das bringe Freiheit, Wohlstand und Demokratie.

In den Dimensionen kommt der große "Staatsfeind" zu Wort und erklärt seine Version, warum von der großen Freiheit im Osten noch immer nichts zu sehen ist. Aber auch seine Kritiker: Was denken sie von Friedmans Interpretation der "großen Freiheit"?

Zu dieser Sendung...


"Dimensionen" am 30.7.1997 in Radio Österreich 1