Zeit - Ökonomie - Ökologie
Zeit ist eine der Schlüsseldimensionen auch der Ökonomik. Aber was ist Zeit und wie nimmt die Ökonomik diese wahr?
Im ersten Teil der Arbeit soll versucht werden, den Begriff Zeit brauchbar zu be-schreiben. Als Zugang ist bewußt ein naturwissenschaftlicher gewählt, doch selbst in dieser Wissenschaft (oder gerade in ihr?) werden unterschiedliche Zeitbegriffe und -maße verwendet. Klar verfolgbar ist die historische Entwicklung vom cartesianischen Modell, Zeit als absolute Dimension, hin zum ”modernen” Zeitbegriff in der allgemeinen Relativitätstheorie.
Im zweiten Teil geht es um die Wahrnehmung von Zeit. Zeit ist relativ. Die Auffassung von Zeit ändert sich mit der Wahrnehmung. Das Erkennen von Zeit beginnt überhaupt erst mit Erinnerung. Erst seit der Erfindung der Uhr ist die „mechanische Zeit“ „objektivierbar“ geworden. Zeit selbst bleibt noch immer etwas mystisches, unbegründbares.
Zeit spielt auch in der Neoklassik eine Rolle. Die Frage ist nur, welche. Jede Theorie stellt den Anspruch, Wirklichkeit zu beschreiben und Handlungsanleitungen zu geben. Die Frage ist: Ist die Neoklassik dazu in der Lage, mit ihrer Definiton von Zeit? Wenn nicht oder nur teilweise, laufen wir Gefahr, daß wir in falsche Richtungen laufen, ohne es zu wollen oder zu merken.
Und wieso gerade die Neoklassik? Diese Frage ist sehr einfach zu beantworten: Alle wesentlichen wirtschaftlichen Akteure dieser Welt glauben an sie. Alle wesentlichen Prozesse der Verteilung von Ressourcen jeder Art werden von Menschen gelenkt, die ihren Gesetzmäßigkeiten und Werturteilen folgen. Eine Fehlerhaftigkeit irgendeiner unbedeuten-den Theorie hätte zur Folge, daß vielleicht Bücher voll Unsinn geschrieben wurden. Papier ist geduldig, und unser Ökosystem liest keine Bücher. Ist unsere größte, einzig universell an-gewendete Theorie fehlerhaft, könnten wir ein Zug der Lemninge sein, der sogar losläuft, obwohl er das Meer schon lange sieht.
Im dritten Teil stellen wir uns die Frage, welchen Weg man einschlagen soll: „Reparatur“ oder eine neue Theorie. Die Aufgabe der Arbeit setze ich auf den Schwerpunkt der Diagnose: Was passiert momentan, und was passiert, wenn es so weitergeht. Das ist aber zuwenig. So soll hier ein unter Umweltökonomen verbreiteter Ansatz zu Wort kommen: Der der Redimensionierung.

