linz & wien austria Wed, 07 Jan 2009 14:01:58 +0100

 


 




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Scheinheiligkeit per Post

Die Regierung protestiert gegen Postamtsschließungen, dabei haben sie die Misere selbst gemacht.

Die Post schließt wieder einmal Postämter. So wie Wiesen, Heiligenblut und Sulzberg werden in Zukunft 300 Gemeinden in Österreich diese Verbindung zur "Außenwelt" verlieren. Und schon laufen die Regierungspolitiker dienstfertig herbei, sprechen sich dagegen aus und kündigen massiven Protest an.

Dabei haben sie die Misere selbst gemacht. Verkehrsstaatssekretär Kukacka sagte noch vor kurzem, die Post solle sich im Rahmen ihrer "wirtschaftlichen Verantwortung wettbewerbsfähig aufstellen". Genau das tut sie. Sie schüttet Gewinne an den Finanzminister aus und sperrt entlegene Gebiete zu. Das ist eben wirtschaftliche Verantwortung in Zeiten der Globalisierung. Gut ist das nicht. Aber ich behaupte im Unterschied zur Regierung auch nicht, dass die Globalisierung besonders gut ist für uns Menschen.

Wir sollten nicht die Post prügeln, sondern die Politiker, die mit ihrer Politik öffentliche Infrastrukturbetriebe zwingen, Österreich zuzusperren. Wir sollten jene Politiker abwählen, die (bei der Post wie bei der Postbus, den ÖBB, dem Verbund und der Telekom) zuerst deregulieren, dann teilweise oder ganz verkaufen und sich nun bei den Betrieben über ihre selbst gemachten Folgen beschweren.

Vor allem sollten wir jene Politiker abwählen, die glauben, ihre WählerInnen seien so dumm, das nicht zu merken.